Therapieformen - Ayurveda


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Ayurveda


Ayurveda wird als die Wissenschaft vom langem Leben bezeichnet. Mit diesem Gesundheitssystem werden Begriffe wie „hochentwickelte Lebensphilosophie“ oder ein „medizinische Ganzheitlichkeit“ assoziiert. Im Mittelpunkt steht die einzelne Person im Zusammenhang mit ihrer direkten, kulturellen, sozialen Umgebung, sowie seiner spirituellen und kosmischen Energie.

Geschichte:
Ayurveda wurde vor rund 3500 Jahren in Indien entdeckt. Es sieht seine Ursprünge im Mythischen:
Demnach soll Brahma, der Schöpfer, das vollständige Wissen über Ayurveda an die Ashwins ( Ressortchefs der Gesundheit ) weitergegeben haben. Diese gaben es an den König der Götter – Indra – weiter. Als dann die Menschheit mit Krankheiten konfrontiert wurde, gab ihnen Indra das ayurvedische Wissen über Dhanvantari.
Ende der siebziger Jahre wurde diese Lehre durch Maharishi Yogi, welcher aus einer uralten Tradition vedischer Meister stammt, wiedergeboren.

Prinzip:
Das ayurvedische Prinzip besteht nicht nur aus der Beschreibung zur Entstehung von Krankheiten, sondern auch Maßnahmen zur Vorbeugung, Verhütung und Erhaltung der psychischen und physischen Gesundheit des Menschen. Dieses Erkenntnis beruht darauf, dass der Mensch als eine Einheit aus Körper, Seele und Geist gesehen und behandelt werden muss.
Die ayurvedische Regel lautet: „heyam dukham anagatam“ - „vermeide die Gefahr, bevor sie entsteht“ !
Dazu stehen ihr über 5000 Pflanzen als Heilmittel, Wassertherapie, Massagelehre und Diätetik zur Verfügung.

Grundstruktur:
Den Kern des Ayurveda bilden die drei sogenannten Doshas ( oder Bioenergien):
Vata, Pitta und Kapha
Diese stammen von den fünf Elementen Äther, Luft, Feuer, Wasser und Erde ab. Sie sind für alle physischen und mentalen Abläufe im Körper verantwortlich und erhalten seine Unversehrtheit und die des Geistes. Die eigene Gesundheit hängt vom Gleichgewicht dieser Doshas ab. Krankheiten können nur dann ausbrechen, wenn sie sich im Ungleichgewicht befinden.
Ein wichtiger Weg zur Harmonisierung der Doshas ist die Nahrung, die je nach Ayurveda Typ in ihrer förderlichen und hemmenden Wirkung, variiert.

die Elemente
1. Äther – ist so feinstofflich, dass wir kaum an ihn denken, gleichbedeutend mit Raum oder Ausmaß
2. Luft – ist gasartig, leicht, durchsichtig, trocken und verteilt sich
3. Feuer – liegt die Kraft der Veränderung, Verwandlung, Eigenschaften sind Hitze, Trockenheit, Aufwärtsbewegung
4. Wasser – ist flüssig, kalt und fließt abwärts, hat keine eigene Gestalt
5. Erde – ist fest, schwer, hart, und eine leicht abwärts gerichtete Bewegung

Eigenschaften der fundamentalen Elemente
Äther Luft Feuer Wasser Erde
Feinheit Leichtigkeit Hitze Kälte Schwere
Beweglichkeit Leichtigkeit Formbarkeit Unbeweglichkeit
Rauheit Schärfe Weichheit Festigkeit
Formbarkeit Glätte
Verbindungen zwischen Elementen und Organen
FundamentaleElemente feinstofflicheElemente Sinnesorgane BeweglicheOrgane Funktion
Äther Klang Ohren Stimmbänder Sprechen
Luft Berührung Haut Hände Greifen
Feuer Erscheinung Augen Füße Fortbewegen
Wasser Geschmack Zunge Geschlechtsorgane Zeugen
erde Geruch Nase Anus Ausscheiden


Die Doshas


1. Vata - das Prinzip von Luft und Äther

Luft = Bewegung und Fluss
Äther = Durchdringen
Dazu gehören alle beweglichen Blutzirkulationen wie Atem, Empfindungen, Steuern von Denkprozessen, Wachstum, Aktivität des Geistes und der Sinnesorgane.
Funktion des Doshas auf den Menschen:
- es bewirkt Wachheit, Klarheit und Kreativität
- es kontrolliert die beiden anderen Doshas
Eigenschaften des Doshas beim Menschen:
- geringes Gewicht und leichter Körperbau, Begeisterungsfähigkeit, lässt Dinge schnell angehen, schnelle Auffassungsgabe und gutes Kurzzeitgedächtnis, Neigung zu Kummer und Sorgen
Dosha im Ungleichgewicht:
- Gewichtsverlust, Schwäche, Verstopfung, Lähmung, Arthrose, Bluthochdruck, raue Haut, Angst, Ruhe- und Schlaflosigkeit
Dosha im Gleichgewicht:
- Vitalität, Abwehrkraft, gesunden Schlaf, gute Bildung der Körpergewebe, geregelte Verdauung, klarer, wacher Geist


2. Pitta - Feuer- und Energieprinzip

Es steht für Hitze und Energie.
Funktionen des Doshas auf den Menschen:
- reguliert Hunger- und Durstgefühl, den Stoffwechsel und die Verdauung
- Regulierung der Körperhitze und der Sehkraft
- sorgt für schöne Haut
- regelt den Intellekt und emotionalen Ausdruck
Eigenschaften des Doshas beim Menschen:
- mittelschwerer Körperbau, Abneigung gegen Hitze, starker Hunger und gute Verdauung, mittlere Auffassungsgabe und Gedächtnis, Charakter des Menschen ist mutig, leicht erregbar, ungeduldig, unternehmungslustig, Mensch neigt zu Sommersprossen und Muttermalen
Dosha im Ungleichgewicht:
- Verdauungs- und Leberfunktionsstörungen, Entzündungen, Hautkrankheiten, ungenügender Schlaf, starkes Schwitzen, Übersäuerung, Reizbarkeit
Dosha im Gleichgewicht:
gute Verdauung, Zufriedenheit, reine Haut, geschmeidiger Körper, ausgewogene Körperwärme, ausgeglichenes Seelenleben


3. Kapha – Prinzip von Wasser und Erde = Strukturprinzip

Es prägt die Kindheit, das Frühjahr oder den Morgen ( Prinzip des Entstehens, des Wachstums, der Zunahme ) und sorgt für Struktur und Festigkeit.
Funktion des Doshas auf den Menschen:
- bestimmt den Körperbau, das Bindegewebe und den Fetthaushalt
Eigenschaften des Doshas beim Menschen:
- stabiler, schwerer Körperbau, Neigung zu glatter, fettiger Haut, geringes Hungergefühl und langsame Verdauung, kräftiges Haar
Der Charakter des Menschen ist von großer Stärke und Ausdauer geprägt, er ist ruhig und beständig, hat eine langsame Auffassungsgabe, aber gutes Langzeitgedächtnis.
Dosha im Ungleichgewicht:
- Gewichtszunahme, schwache Gelenke, großes Schlafbedürfnis, Trägheit, Blässe, Kälte, Depression
Dosha im Gleichgewicht:
- Kraft, Würde, gesunde Gelenke, geistige Stabilität, Nachsicht, Mut, Vitalität, wohlproportionierter Körper


Anwendung:

- besonders bei chronischen Erkrankungen wie Rheuma, Migräne, Stoffwechselstörungen und alle daraus entstehenden Erkrankungen
Eine der wichtigsten Methoden zur Diagnosestellung sind dabei die Augen-, Zungen und Pulsdiagnose, denn über sie lässt sich genau ermitteln, was gerade in unseren Organen vorgeht.


Katja Weilepp - www.enyana.com


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