Therapieformen - Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)


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Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)


Die Traditionelle Chinesische Medizin wird seit mehr als 2 Jahrtausenden weiterentwickelt und gilt damit auch als die älteste Schulmedizin der Welt. Sie basiert auf klinischen Beobachtungen, Untersuchungen und Erfahrungen, die mit Philosophie und Logik im Empfindungsvermögen und den Sitten einer Zivilisation verankert sind.

Aufgebaut ist die TCM auf dem Medizinverständnis, dass der Mensch in ein Kräftesystem zwischen Himmel und Erde eingebettet ist. Als Kern werden die Wechselbeziehungen zwischen den verschieden Körperfunktionen, sowie zwischen Körper und Seele bezeichnet, welches in der TCM teilweise mit Bildern beschrieben wird.

Gesund ist der Mensch nur dann, wenn die Lebensenergie „QI“ ungehindert fließen kann. Existieren Blockaden und Störungen, können diese den Menschen erkranken lassen. Diese gilt es aufzuspüren und durch sanfte Verfahren und Methoden wieder in Fluss zu bringen.

Grundlegend für jede Behandlung ist das Erkennen von den Beziehungen zwischen den einzelnen Geschehnissen im Körper, die Wahrnehmung von Disharmonien und die Fähigkeit in Zeichen und Symptomen Muster zu erkennen.



Grundstruktur:

Die wohl bekanntesten Begriffe der TCM sind Yin und Yang – die Lehre der Entsprechungen

- Yin: schattige Seite, Kälte, Passivität, Dunkelheit, Abnahme, das Innere, Richtung nach unten

- Yang: sonnige Seite, Hitze, Aktivität, Helligkeit, Zunahme, Vitalität, Richtung nach oben

Beide sind komplementäre Gegensätze und beschreiben die Beziehungen der Dinge zueinander. Sie fungieren nur als Ganzes, schaffen einander, gehören zueinander, ergänzen sich (der eine gibt dem anderen die fehlende Ruhe und der andere die nötige Aktivität ).

Jeder Mensch hat aktive und passive Seiten in sich, mal sind wir mehr Yin, mal mehr Yang, auch im Bezug zu anderen Menschen oder Partnern. Wenn Yin und Yang in Disharmonie zueinander stehen, können äußere, bösartige Einflüsse eindringen und krank machen.



Bösartige Einflüsse sind:

1. Wind

Er lässt Dinge plötzlich erscheinen und rasch wieder verschwinden. Unser Körper reagiert im Frühling empfindlich auf Wind, denn dessen Anwesenheit erlaubt und fördert das Eindringen anderer Einflüsse.

- Symptome: wandernde Schmerzen, Spasmen, Zittern der Gliedmaßen, Zuckungen, Tetanie, Benommenheit, Fieber

2. Kälte

Kälte zieht zusammen, behindert unsere natürliche Bewegung, blockiert die Zirkulation des Blutes und lässt Körperteile und Dinge erstarren. Sie ist wässrig, durchscheinend, kühl und klar.

- Symptome: starke, krampfartige Schmerzen, klarer Schleim oder Urin, klarer oder weißlicher Durchfall, frösteln, leichtes Fieber, Kopf- und Leibschmerzen, hohes Schlafbedürfnis als Suche nach Wärme

3. Hitze

- Symptome: Fieber, rotes Gesicht, Schweißausbrüche, rote Augen, Entzündungen, trockene Zunge, vermehrtes Durstgefühl, trockener Stuhl, spärlicher Urin, Reizbarkeit, Verlangen nach Kälte, Völlegefühl in Brust und Bauch, trockene Nasenschleimhäute, Lippen und Zunge

- Bei Verbrennungen oft Beulen, Karbunkel, rötliche Geschwüre oder andere Hautveränderungen, Ausscheidungen sind dick und klebrig, fühlen sich heiß an





Yin – Organe




1. das Herz

Der Glanz des Herzens manifestiert sich im Gesicht.

- es regiert Blut, seinen Fluss und die Blutbahnen

- bei Disharmonien: blasse Zunge, Herzblutmangel

2. die Lunge

Der Glanz der Lunge manifestiert sich in der Körperbehaarung.

- sie bewegt und regelt die Wasserwege, verflüssigt den Wasserdampf und schickt diesen zu den Nieren, in die Haut und in die Poren

3. die Milz

Der Glanz der Milz manifestiert sich in den Lippen.

- sie reguliert die Umwandlung und den Transport

- sie ist ein primäres Verdauungsorgan, sie entzieht der Nahrung reinste Nähressenzen und verwandelt diese in Blut und Qi

- sie beherrscht die Muskeln und die Kraft der Extremitäten

- bei Disharmonien: blasse Lippen, Unempfindlichkeit gegenüber dem Geschmack

4. die Leber

Der Glanz der Leber manifestiert sich in den Nägeln.

- sie speichert Blut, kontrolliert die Gallensekretion, beherrscht das Sehen und Fliessen

- Ärger und Enttäuschung wirkt sich auf sie aus

- Bei Disharmonien: Taubheit der Extremitäten, Schwierigkeiten beim Beugen und Strecken, brüchige Nägel

5. die Nieren

- sie regulieren die Geburt, Entwicklung und Reifung und sind das Potential der Lebensaktivität, die Wurzeln des Lebens

- sie beherrschen Wasser und Knochen, produzieren Mark und sind für die Elastizität und Vitalität des Kopfhaares verantwortlich



Yang – Organe




1. die Gallenblase

- sie speichert und absorbiert die Galle (eine bittere, gelbe Flüssigkeit), unterstützt den Verdauungsprozess

2. der Magen

- empfängt die Nahrung, spaltet sie auf und sendet reinste Anteile an die Milz, die trüben Anteile in den Dünndarm

- bei Disharmonie: Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen, Blähungen, Aufstoßen

3. der Dünndarm

- hier wird die Trennung von den reinen und trüben Substanzen fortgesetzt und der trübe teil in die Niere und Blase geleitet

- bei Disharmonien: Bauchschmerzen, Darmgluckern, Verstopfung, Durchfall

4. der Dickdarm

- ist für die Weiterbeförderung der trüben Anteile verantwortlich, entzieht diesem das Wasser, scheidet aus

- die Disharmonien sind mit denen des Dünndarmes identisch

5. die Blase

- empfängt die trüben Anteile aus Niere, Lunge, Dünn- und Dickdarm sowie den Urin und scheidet diesen aus

- bei Disharmonien: Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Brennen, Inkontinenz



Emotionale Faktoren spielen für die Organe und Grundsubstanzen eine große Rolle – ein Übermaß oder plötzlich überwältigendes Auftreten, aber auch ein Fehlen über längeren Zeitraum kann zu einem Ungleichgewicht führen und krank machen.





übermäßig

Freude Herz Verlangsamt, zerstreutes Herz qi, Schlaflosigkeit, verwirrtes Denken, unangemessenes weinen und lachen, extreme anfälle, Hysterie oder Irresein

Ärger Leber Benommenheit Stauung in der Lunge, bitterer Mundgeschmack, schmerzen im Oberbauch und den Seiten, Frustration, extremer Stimmungswechsel

Traurigkeit oder Kummer Lunge

Angst und furcht Niere Inkontinenz

Schwermut Milz Magenbeschwerden Disharmonie Verdauungsprobleme





Grundsubstanzen der TCM

1. Qi




Qi gilt als Grenzlinie zur Materie ( Energie am Punkt der Materialisierung ) und wird daher in seinem Wirken eher funktionell verstanden.

- Quellen des Qi:

- Ursprungs – Qi : ist das vorgeburtliche, ererbte Qi, es wird in den Nieren gespeichert

- Nahrungs- – Qi : es wird der verdauten Nahrung entzogen

- Natürliches Luft – Qi :es wird aus der eingeatmeten Luft gewonnen

- Arten des Qi:

- Organ – Qi: die Qi – Substanz ist in jedem Organ dieselbe, nur die Aktivität des Qi´s varriert in eine für das Organ angepasste Form

- Nahrungs- – Qi: die Nährstoffe werden im Blut verwandelt, manifestiert und bewegen sich mit ihm

- Leitbahnen – Qi: Leitbahnen sind Bahnen, in denen das Qi zwischen den Organen und Körperteilen fließt, deren Aktivität reguliert und harmonisiert

- Abwehr – Qi: dient der Abwehr von bösartigen, äußeren Einflüssen

- Atmungs- – Qi: dieses Qi steuert die rhythmischen und gleichmäßigen Bewegungen der Atmung, des Herzschlages und der Bewegung des Blutes

- Funktionen des Qi:

- es ist Quelle und Begleiter aller Energien

- es ist die Quelle von harmonischer Transformation und der Umwandlungen der Körpersubstanzen in Blut, Schweiß und Tränen...

- es wärmt den Körper

- Disharmonien des Qi:

- Qi – Mangel : beeinflusst die Körperteile, Organe und andere Qi – Arten

- Zusammengebrochenes Qi: bewirkt eine extreme Beeinflussung der Funktionen

- Stagnierendes Qi: beeinträchtigt die normale Bewegung des Qi, schwächt die Organe, kann Ursprung für Schmerzen sein

- Gegenläufiges Qi: Qi fließt in umgekehrter Richtung, kann im Magen zu erbrechen führen





2. Jing




Dieser Substanz liegen alle organischen Substanzen zugrunde, es ist die Quelle organischer Veränderungen.

- Ursprung des Jing:

- vorgeburtliches Jing: - ist eine angeborene Essenz, die den grundsätzlichen Aufbau und die Konstitution des Menschen bestimmt

- nachgeburtliches Jing: - wird aus der Nahrung gewonnen und führt dem vorgeburtlichen Jing Lebenskraft zu

- Funktionen des Jing:

- Jing ist für die langzeitliche Entwicklung und deren Kontrolle, sowie für die Fortpflanzung, Reifung, dem Wachstum und Verfall des Menschen zuständig

- Es soll das Leben erhalten und verlängern

- bei Disharmonien:

- unzureichende Reifung, sexuelle Dysfunktionen, Unfruchtbarkeit, vorzeitiges Altern





3. Shen




Das Shen ist mit Geist übersetzt und sorgt für die Vitalität unseres Körpers.

- Funktionen des Shen:

- es sorgt für die Kraft der Persönlichkeit, der Fähigkeit zu Denken, zu unterscheiden und eine Auswahl zu treffen

- durch Shen besitzen wir die Fähigkeit zu formen und haben den inneren Wunsch das Leben zu lernen

- bei Disharmonien:

- wird das Denken unklar, man wird langsam und vergesslich, Schlaflosigkeit, Bewusstlosigkeit



4. Blut




Das Blut entsteht aus der Umwandlung der Nahrung. Indem die Milz eine sehr feine und reine Essenz aus der Nahrung destilliert – es wird in der Lunge mit Luft versetzt - und bewegt sich dann in Blutgefäßen und Leitbahnen (sind Kanäle oder Wege, auf denen Qi und Blut befördert werden )durch unseren Körper.

Die Hauptaufgabe besteht in der fortwährenden Zirkulation im Körper und dem Transport der Nährstoffe.

Ebenso nährt es Qi – produzierende und Qi – regulierende Organe

- Disharmonien:

- Blutmangel in Organen, Körperteilen oder dem ganzen Körper,

- Blässe, Benommenheit bishin zum Schock

- Gestautes Blut: es entsteht durch Behinderung oder einer Blockade des reinen Fliessens des Qi, es kommt zu scharfen, stechenden Schmerzen oder anschwellenden Organen



5. Säfte




Dazu zählen alle Säfte wie Schweiß, Speichel, Verdauungssäfte, Urin, etc. Die Ausnahme bildet das Blut, es zählt nicht dazu.

Säfte werden ebenfalls aus der aufgenommen Nahrung gewonnen und vom Qi reguliert.

- ihre Funktion:

ist das Benetzen und Nähren von Haut, Haaren, Schleimhäuten, Körperöffnungen, Muskeln, inneren Organen, Gelenken, Knochen, Gehirn und Mark.

- bei Disharmonien:

- Trockenheit der Lippen, Haut und Augen





Verfahren der TCM:

- Akupunktur / Akupressur

- Shiatsu

- Tai Chi Chuan (Schattenboxen)

- Qigong ( Konzentrations- Atem- und Körperübung )

- Atem- und Bewegungstherapien

- Wärmebehandlungen

- Tuina (Massagen)



Bekannt sind auch über 5000 Heilpflanzen sowie mineralische und tierische Heilmittel.

Bei richtiger Anwendung entstehen so gut wie keine Nebenwirkung und die meisten Verfahren versprechen meist schmerzlose Heilerfolge.


Katja Weilepp - www.enyana.com


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